Stadtmarketing gGmbH unter neuer Leitung

Stadtmarketing gGmbH unter neuer Leitung

Die Stadtmarketing gGmbH wird seit Mitte Oktober 2020 von zwei neuen Geschäftsführern geleitet. Wir sprachen mit den beiden.

Grundsätzlich besteht die Stadtmarketing gGmbH aus zwei Gesellschaftern, nämlich der Stadt St. Ingbert und dem Verein Handel & Gewerbe, HGSI. Jeder der beiden hat das Recht, einen Geschäftsführer zu benennen. Für die Stadt St. Ingbert wurde der Pressesprecher Florian Jung, der auch die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation leitet, ins Amt berufen. Alexander Eich, Gründungsmitglied von „WSSI – Wir sind St. Ingbert“ und maßgeblich für Public Viewings in der Innenstadt verantwortlich, übernimmt für die HGSI das Amt des Geschäftsführers. Beide arbeiten ehrenamtlich für die Stadtmarketing gGmbH.

Gemeinsam für eine attraktive Innenstadt!

Florian Jung freut sich über die neue Aufgabe: „St. Ingbert ist eine lebendige Stadt und sollte sich nicht unter Wert verkaufen. Ich bin überzeugt, dass das Zusammenspiel von Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit viele Vorteile mit sich bringt, auch im Hinblick auf Image und Identität.“ Alexander Eich sieht seine Aufgabe darin, die Stadt als attraktiven Standort für Einzelhandel, Dienstleistungen und Familien zu stärken und weiter voranzubringen. „Unsere Aufgabe ist es, Bürger, Innenstadtakteure und Stadtverwaltung an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam durch Events und Aktionen für ein lebendiges Stadtzentrum zu sorgen.“  Unterstützt werden die beiden von einem kompetenten Zweier-Team. Julia Haberer-Settele hat seit 2016 die Geschäftsstellenleitung inne. An ihrer Seite arbeitet Petra Scholl, die nunmehr seit 20 Jahren für das Stadtmarketing tätig ist.

Das Redaktionsteam der St. Ingberter Rundschau stellten den beiden neuen Geschäftsführern jeweils drei Fragen mit interessanten Antworten:

Herr Jung, bisher haben Sie das St. Ingberter Stadtmarketing hauptsächlich von außen und als Bürger erlebt. Was war Ihr Eindruck?

Ich habe sehr positive Eindrücke gesammelt. Die organisierten Veranstaltungen, wie Halloween, Weihnachtsmarkt, Gören & Lausbubenfest (um nur einen kleinen Teil zu nennen) sind immer hervorragend besucht. Da bricht die Innenstadt gefühlt aus allen Nähten.

Wo würden Sie gerne Schwerpunkte setzen?

Nicht nur Veranstaltungen gehören zum Aufgabenfeld eines Stadtmarketings. Um es in der Marketingsprache zu sagen: „Wir wollen St. Ingbert als Marke weiter ausbauen und stärken.“.

Bei unseren Aktivitäten dürfen wir uns nicht nur auf die Innenstadt beschränken. Die Ortsteile müssen miteinbezogen werden. Durch CISPA und weitere Projekte wird sich die Stadt verändern. In den nächsten Jahren erwarten wir einen Zuzug von vielen internationalen Gästen. Für diese Personen wollen wir ein attraktives Konzept in der Tasche haben. Denn Sie sollen in St. Ingbert nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen, konsumieren und sich wohlfühlen.

Ziel muss es sein, dass die Leute – egal woher sie kommen – in allen Bereichen sagen: „In St. Ingbert erlebt man was. Hier fühlen wir uns wohl“.

Diese Aussage können wir jetzt auch schon erfüllen. Im Freizeitbereich bietet die Stadt viele spannende Wanderwege, geschichtsträchtige Orte und Erlebnisse und eine tolle Innenstadt. Nicht alles ist perfekt, aber man muss nicht bei 0 anfangen.

Aber nicht nur Besucher von außen sollen St. Ingbert positiv empfinden. Die St. Ingberter Bürger gehören natürlich auch als Interessengruppe dazu und sollen sich mit St. Ingbert identifizieren.

Was meinen Sie, für was benötigt eine Stadt heute ein Stadtmarketing? Dahinter stehen ja auch Gelder der Stadtverwaltung und der Wirtschaft.

Sehen wir St. Ingbert als „Produkt“, so ist es die Aufgabe eines Stadtmarketings dieses „Produkt“ in Szene zu setzen und dem Kunden zu „verkaufen“. Wie in jedem Unternehmen, funktioniert Marketing nur mit Geld. In der heutigen Zeit ist ein Stadtmarketing unverzichtbar. Zusammen mit Wirtschaftsförderung und HGSI werden Ideen ausgetauscht. Wir benötigen Kunden-Frequenzbringer für St. Ingbert in Form von Veranstaltungen, Aktionen, Gastronomiebesuchen und Shoppingaktionen.

Das investierte Geld sollte im Idealfall an die Wirtschaft durch Konsum zurückfließen. Also eine gute Investition, um St. Ingbert zu stärken.

Herr Eich, wie sehen Sie das St. Ingberter Stadtmarketing im Vergleich zu anderen Städten in der Region aufgestellt?

Wir sind sicher auf einem guten Weg: Engagierte Mitarbeiter, innovative Ideen (Stichwort Weinfest) und die Unterstützung der Stadt. Das sind drei Bausteine, die es benötigt, um eine Stadt wirklich voranzubringen und weiterzuentwickeln.

Wo müsste Ihrer Meinung nach nachgebessert werden?

Wie so oft geht es hier um die Finanzen. Die Monetarisierung ist im Verhältnis zu Saarbrücken, Homburg und Neunkirchen (zu) schwach. Derzeit arbeiten wir 1,25 Mitarbeitern. Da müssen wir nachlegen. das muss mehr werden. Über 20 Veranstaltungen im Jahr müssen geplant, organisiert und betreut werden. Ziel ist es in Zukunft, mehr auch für die Ortsteile zu tun. Dazu benötigen wir Personal.

Wie soll das St. Ingberter Stadtmarketing 2025 aussehen?

Das Stadtmarketing soll auf Dauer die zentrale Anlaufstelle für Werbung und Events in St. Ingbert sein. Die oftmals historisch geprägte Rolle der City sowie die spezifische Struktur der Innenstadt sind mittlerweile für viele Städte Anlass genug, eigens einen City-Manager beziehungsweise City-Managerin für die Erhaltung, die Stärkung und das Managen der City zu beauftragen. Das heißt in der Praxis, eine zentrale Anlaufstelle für den Handel (bestehende und neue Geschäfte) und seine vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für den Kunden. Der verantwortliche City-Manager kümmert sich vor Ort um die Belange der Geschäfte, sucht aktiv das Gespräch mit diesen und steht als Koordinator in zahlreichen Fragestellungen zwischen allen Beteiligten zur Verfügung. Ein Alleinstellungsmerkmal und eine Zukunftsinstitution, mit der St. Ingbert im Wettbewerb mit anderen Städten sehr gut bestehen wird.

Das Bild oben wurde von Giusi Faragone aufgenommen und zeigt die beiden neuen ehrenamtlichen Geschäftsführer Florian Jung (rechts) und Alexander Eich.