CISPA-Innovation-Campus kommt – Ein Interview mit dem Direktor des Saarbrücker Helmholtz-Zentrums

CISPA-Innovation-Campus kommt – Ein Interview mit dem Direktor des Saarbrücker Helmholtz-Zentrums

Der CISPA-Innovation Campus ist eines der großen Zukunftsprojekte für die Stadt St. Ingbert. Gerade erhielt sie den Zuschlag vom Land. 20 Millionen Euro steuert die Landesregierung dazu. Ein guter Grund, mit dem CISPA-Gründungsdirektor Professor Dr. Dr. H.c. Michael Backes zu sprechen.

Herr Prof. Backes, für was ist CISPA die Abkürzung?

Die Abkürzung ist ein Teil unserer Geschichte. Im Jahr 2011 sind wir als Kompetenzzentrum des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Namen „Center for IT Security, Privacy, and Accountability“ gestartet. Ein sperriger Name, auf deutsch in etwa „Forschungszentrum für IT-Sicherheit, Datenschutz und Verantwortlichkeit“. Die Abkürzung „CISPA“ war da schon viel einfacher. Wir haben uns dann schnell weiter entwickelt und wurden am 1. Januar 2019 vollständiges Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Unser Kurzname „CISPA“ war aber zu diesem Zeitpunkt schon weltbekannt, und wir wollten ihn behalten. 

Können Sie kurz und in einfachen Worten erklären, was das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken macht?

Wir am CISPA Helmholtz-Zentrum widmen uns der ganzen Bandbreite der Forschung in den Bereichen Cybersicherheit, Privacy und auch Künstlicher Intelligenz – von hochmoderner Grundlagenforschung bis hin zu innovativer anwendungsorientierter Forschung. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Durchbrüche zu erzielen und mittels Technologietransfer in die Gesellschaft zu tragen. Weiterhin haben wir uns das Ziel gesetzt, die nächste Generation von Spitzenforscher:innen und Expert:innen der Cybersicherheit auszubilden und zu fördern.

Was planen Sie in St. Ingbert?

In St. Ingbert taucht das CISPA Helmholtz-Zentrum schon jetzt an verschiedenen Stellen auf, z.B. am Innovationspark am Beckerturm. Hier arbeiten bereits viele Forscher:innen des CISPA, einige unserer Start-ups haben hier ihre Büros bezogen, wir haben einen sehr schönen Co-Working-Space eingerichtet und das CISPA Cysec Lab – ein Schülerlabor – öffnet hier bald seine Pforten und bringt jungen Menschen die Welt der Cybersicherheit näher. Der große Schritt wird allerdings natürlich der CISPA Innovation Campus auf dem Gelände der Alten Schmelz sein. Wir sehen diesen historisch wertvollen Ort als ein ideales Areal für Start-ups und die Digitalwirtschaft. Wir senden von hier ein fantastisches Signal in die Region: aus Industrialisierung wird Digitalisierung, ein gelebter Strukturwandel.

Welche Vorteile sehen Sie am Standort St. Ingbert für das Helmholtz-Zentrum und welche Vorteile für die Stadt St. Ingbert?

Ein großer Vorteil ist die räumliche Nähe zum CISPA in Saarbrücken. Diese Nähe ist für den engen inhaltlichen Austausch elementar. Der Standort an der Alten Schmelz ist vom CISPA sogar mit dem Rad schnell zu erreichen. Ein weiterer Vorteil des Standorts ist die fußläufige Nähe zur Innenstadt von St. Ingbert. Auf der anderen Seite liegen die Vorteile für St. Ingbert klar auf der Hand: Ansiedlungen von Start-Ups und anderen Firmen und eine große Anzahl an top-ausgebildetem Spitzenpersonal, das in den kommenden Jahren hier arbeiten und dann oft auch den Lebensmittelpunkt in der Stadt haben wird. St. Ingbert arbeitet ja gerade auch Pläne für ein an diese Entwicklung angepasstes neues Quartier aus – das erste CISPA-Village. 

Gibt es schon einen Zeitplan?

Wer mich kennt, weiß, wie ungeduldig ich bei so etwas bin. Bei den Zielen, die wir uns gesteckt haben, hätte ich all das lieber gestern als morgen. Aber hier ist es wichtig, dass alles richtig aufgesetzt ist, damit es dann reibungslos laufen kann. Wir werden von unserer Seite jedenfalls alles dafür tun, dass das Tempo hochgehalten wird und so schnell wie möglich die ersten Start-ups und etablierten Firmen ihre Zelte auf der Alten Schmelz aufschlagen werden. Wir werden das Momentum nicht verstreichen lassen. 

Sie selbst sind St. Ingberter. Wie fühlt es sich an, in der Heimatstadt ein solches Großprojekt zu verantworten? 

Ich lebe nun schon einige Zeit in St. Ingbert und fühle mich hier sehr wohl. Ich bin überzeugt, dass die Vorteile von St. Ingbert auch bei den jungen Gründern Anklang finden wird. OB Ulli Meyer hat uns als Jahrhundertchance für St. Ingbert bezeichnet. Genau das ist das Ziel. Mir ist es hier aber wichtig zu sagen, dass das CISPA als namensgebende Institution dieses Projekt nicht alleine voran getrieben hat, sondern dass es bis heute viele mutige Fürsprecher gebraucht hat, und es viele mutige Menschen brauchen wird, um dieses Projekt zu einer wahren Jahrhundertchance zu machen. Deshalb an dieser Stelle noch einmal: Danke an alle, die uns unterstützt haben!

Das Bild oben zeigt den Direktor des CISPA, Prof. Michael Backes und wurde vom Forschungszentrum zur Verfügung gestellt.